Voruteile und Tatsachen - Frauennotruf Idar-Oberstein

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Voruteile und Tatsachen

  • Vorurteil:"Männer vergewaltigen Frauen, weil ihr Sexualtrieb so stark ist, dass sie darüber die Kontrolle verlieren."


  • Tatsache:Was der Täter bei der Vergewaltigung als befriedigend erlebt, ist nicht primär das sexuelle Erleben, sondern das Entladen seiner Wut und/oder das Ausleben eines Machtgefühls

  • Vorurteil: „Vergewaltiger handeln spontan und unüberlegt, z. B. weil der Anblick einer Frau sie erregt hat.“


  • Tatsache: Über zwei Drittel der Vergewaltigungen sind geplant und oftmals gründlich vorbereitet; d. h. der Vergewaltiger überlegt sich vorher einen „guten“ ( =  möglichst sicheren) Tatort oder eine bestimmte Vorgehensweise.

  • Vorurteil:"Vergewaltiger sind Psychopathen, geistesgestörte Außenseiter dieser Gesellschaft."


  • Tatsache:Nur 1% der Vergewaltiger werden aus medizinischer oder psychiatrischer Sicht als krank eingestuft. 99% der Täter sind ganz „normale“ Männer.

  • Vorurteil: „Verheiratete Frauen kann mann nicht vergewaltigen, sie müssen ihrer ‚ehelichen Pflicht‘ nachkommen.“


  • Tatsache: Diese ‚Pflicht‘ wurde 1977 abgeschafft und durch den Straftatbestand der sexuellen Nötigung ersetzt. Seit 1997 wird erzwungener ehelicher Beischlaf vom Strafmaß mit Vergewaltigung gleichgesetzt.

  • Vorurteil: „Vergewaltiger sind Unbekannte, die ( im Dunkeln) ahnungslosen Frauen auflauern.“


  • Tatsache: Die meisten Frauen kennen den Vergewaltiger. Oft ist es der Ehemann, der Freund, ein Kollege, ein Nachbar oder der Therapeut usw. Drei von vier Tätern leben mit der Frau im gleichen Haushalt! Über Fremdtäter wird in den Medien jedoch häufiger und ausführlicher berichtet und sie werden von Frauen auch eher angezeigt, da keine finanzielle und / oder emotionale Abhängigkeit besteht.

  • Vorurteil: „ Frauen wollen doch mit Gewalt ‚genommen‘ werden.“


  • Tatsache: Keine Frau will verletzt und gedemütigt werden! Eine Vergewaltigung ist ein gezielter Angriff auf die Würde einer Frau mit dem Ziel ihrer Unterwerfung. Viele Frauen kämpfen ihr Leben lang mit den Folgen und Narben.

  • Vorurteil:„Eine Frau, die nachts alleine auf die Straße geht, braucht sich nicht zu wundern, wenn sie vergewaltigt wird.“


  • Tatsache:Vergewaltigungen werden zu jeder Tageszeit und an jedem Ort begangen. Nur ein Teil der Vergewaltigungen geschehen im Freien. Ratschläge wie: „eine Frau sollte abends nicht mehr alleine unterwegs sein“ produzieren in erster Linie Angst und Schuldgefühle. Sie engen den Bewegungsraum von Frauen stark ein und tragen kaum zu einem effektiven Schutz vor Übergriffen bei.

  • Vorurteil: „Frauen erfinden Vergewaltigungen, um z. B. einen Ehebruch zu decken oder um sich wichtig zu machen.“


  • Tatsache: Der Anteil der Falschanschuldigungen ist verschwindend gering. In anderen Deliktsbereichen (z.B. Diebstahl, Versicherungsbetrug usw.) ist die Zahl bedeutend höher, wird aber wesentlich seltener diskutiert.

  • Vorurteil: „Frauen sollten sich bei einem Angriff nicht wehren, weil sie dadurch den Täter provozieren und alles noch viel schlimmer wird.“


  • Tatsache:Verschiedene Studien belegen, dass Frauen, die sich verbal und/oder körperlich wehren, eher aus einer für sie bedrohlichen Situation entkommen (bis zu 84 %) und erst dadurch oft Schlimmeres verhindern können.

  • Vorurteil: „Wenn eine Frau sich zu attraktiv oder ‚aufreizend‘ kleidet, ist sie selbst dran schuld, wenn sie vergewaltigt wird.“


  • Tatsache: Täter wählen nicht nach Kleidung, Alter oder Aussehen aus, welche Frau sie vergewaltigen. Frauen haben keine Mitschuld, der Täter allein trägt die Verantwortung für sein Verhalten und seine Tat(en). Jede Frau hat das Recht, sich nach ihrem Geschmack zu kleiden und sich überall frei zu bewegen. Niemand würde versuchen, dieses Grundrecht einem Mann streitig zu machen.

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